Social Networks haben keinen Einfluss auf die Kaufentscheidung von Frauen

Obwohl für die meisten Frauen Social Networks zum täglichen Leben gehören, ist es gerade das weibliche Geschlecht, das sich bei seinen Kaufentscheidungen nicht vom Online-Markt beeinflussen lässt.
Dieses Phänomen las ich vor einigen Tagen auf adweek.com. Nach einer Studie von ad tech Chicago und Q Interactive, die das Markenverhalten von amerikanischen Frauen online analysierte, ging hervor, dass ganze 75 % der befragten Frauen sich nicht großartig bei ihrer Markenwahl beeinflussen lassen. Preis und Qualität stehen gerade bei Müttern im Vordergrund und kommen weit vor der Marke selbst. Dass bei deutschen Frauen der Anteil mit Sicherheit geringer ausfallen würde, lässt sich bis jetzt nur Spekulieren.

Grund für dieses erstaunliche Ergebnis könnten die negativen Erfahrungen mit Online-Shopping sein. Sei es, dass die Bestellung zu spät kommt, gar nicht kommt oder in der falschen Größe. Wer wählt da nicht lieber den etwas aufwendigeren Weg und geht selbst shoppen?
Nach adweek.com ändere dies aber nichts an der Tatsache, dass mehr als 75 % der Frauen dieses Jahr noch häufiger Social Networking betrieben. Ganz vorne dabei sei die Online-Community facebook, die auch immer häufiger von uns Deutschen genutzt wird. Allerdings liege die Hauptbeschäftigung hier eher auf Nachrichten versenden, Fotos hochladen oder mit Freunden und Bekannten chatten. Das Interagieren mit Marken bleibe bei den meisten Frauen mittlerweile auf der Strecke.
Hoffnung, dass sich das Verhalten der Frauen so schnell ändert, ist nicht in Sicht. Klar ist aber, dass sich die Strategie der Markthändler schnell ändern sollte. So sollten sie ihre Marken nicht direkt mit dem Produkt, sondern eher mit Lifstyle-Aktivitäten verbinden, um eine persönliche Bindung zum Kunden aufzubauen. Ob wir Frauen dann eher zu beeinflussen sind, bleibt vorerst jedoch ein großes Fragezeichen.

Foto von Pieter Mustard



  1. Lisa on Montag 7, 2009

    Es ist ja nun auch so, dass wir Mädels eher selten allein shoppen gehen und aus jedem Shoppingtrip ein kleines “Social - Event” machen. Klar, dass wir uns eher während des Einkaufens an sich über Marken und so unterhalten, uns gegenseitig beraten und auf den neusten Stand bringen, was Mode angeht. Was denkt ihr, sind wir dann am Abend so gesättigt von all den Infos, dass wir nicht auch noch im Internet darüber reden wollen?

  2. Max Födisch on Montag 7, 2009

    Nebenbei sollte man sich vielleicht generell die Befragungen, ob man persönlich beeinflusst wurde, mit Vorsicht zu Gemüte führen …
    Das ist ja gerade der Kern der Beeinflussung, dass man dieses selbst gar nicht in vollem Maße realisiert. Wie sagte vor Kurzem eine Dame von Jung von Matt bei einer Fernsehsendung bezüglich der Beeinflussung durch Wahlplakate: wir sind es gewohnt, dass Kunden grundsätzlich angeben sich nicht von Werbung beeinflusst lassen zu haben.

  3. Dina on Montag 7, 2009

    Was meinst du damit, dass Frauen sich beim Shoppen nicht von Social Networks beeinflussen lassen? Bezieht sich das auf diese Marken- oder Produktprofile? Oder auf normale Werbebanner (denn die hat man ja auf fast jeder Seite…)

  4. Romy on Montag 7, 2009

    Hätte ich nicht gedacht. Ich hab wirklich vermutet, dass sich mehr Frauen von Erfahrungsberichten und “persönlichen” Empfehlungen beeinflussen und leiten lassen. Mir gehts zumindest so, dass ich vorallem bei Büchern ein Produkt seltener kaufe, wenn es schlechte Kommentare und Bewertungen erhalten hat und fühle mich im Gegensatz im Kauf bestätigt, wenn ich gute Dinge zu lesen bekomme =).