Blogger gibt es zur Zeit mehr als genug. Ihre Aufgabe sollte sein, ihre Meinung über Themen, die sie bewegen zu verkünden. In letzter Zeit sieht man jedoch immer mehr Blogs, die indirekt Werbung für bestimmte Produkte machen“. Von eigener Meinung ist in diesen Fällen nicht mehr viel zu erkennen: Es geht hier nur noch um das „Schönreden“ einer Marke.
Zum Thema „Jubel-Blogger“ las ich vor einigen Tagen einen Artikel auf wiwo.de. Es ging darum, deutlich schärfere Maßnahmen in Bezug auf ungekennzeichnete Werbung in Blogs zu verfolgen. So plane die Public Relations-Branche künftig, diese Blogger öffentlich anzuschwärzen.
Was ist also Schleichwerbung genau und vor allem wie erkennen wir sie? Hiermit ist gemeint, dass Blogger Waren darstellen oder erwähnen, mit dem Ziel, Werbebotschaften getarnt zu vermitteln und ihre eignen Leser zu manipulieren. Die Frage nach dem Grund lässt sich schnell beantworten: Nicht selten erhalten Autoren von Blogs kostenlos Produkte, die sie testen und anschließend behalten können oder empfangen weitere Geschenke von Unternehmen. Dass da der eine oder andere Blogger mal schwach wird und das Produkt nicht nur einmal in seinem Blog vorstellt und lobt, ist leicht nachzuvollziehen. Der Sinn des Bloggens ist an dieser Stelle aber wohl verfehlt.
Doch damit soll jetzt Schluss sein. Alexander Güttler, Präsident der Gesellschaft Public Relations Agenturen, erwähnte, zurzeit an einem Verhaltenscodex zu arbeiten, der voraussichtlich Ende diesen Jahres stehen solle. Denn Blogger dürften sich einfach nicht kaufen lassen. Eine weitere Maßnahme sei das Aufstellen einer Standesorganisation, die negative Fälle von korrupten Bloggern aufdecken und sie an die Öffentlichkeit bringen solle.
Das Vorhaben der PR-Branche ist sicherlich nicht schlecht. Fraglich ist nur, inwieweit sich diese Maßnahmen realisieren lassen. Denn bei der derzeitigen Anzahl an Bloggern scheint es wohl eher schwierig, alle negativen Fälle aufzudecken und jeden einzelnen Blogger der Öffentlichkeit auszuliefern. Denn erst einmal ist nachzuweisen, dass der Blogger schon öfter für bestimmte Produkte geworben hat und, was noch viel schwieriger ist, zu beweisen, dass er es in der Absicht getan hat, die Leser als Zielgruppe für dieses Produkt zu gewinnen. Eine klare Grenze zwischen Meinungsäußerung und Schleichwerbung zu ziehen, könnte also in so manchen Fällen zu einem großen Problem werden.
Bild von Lucky Strike
Das ist doch lächerlich.
Damit man sowas durchsetzen könnte, müssten “Blogs” als rechtlicher Begriff definiert werden.
Aber Blogs sind nur einfache Webseiten, Homepages - persönlich, privat, einer gewissen Struktur folgend.
Da kann jeder seine Meinung frei sagen, ob sie nun gekauft ist oder er wirklich eine Sache gut findet.
Blogs als private Homepages sind nicht Mitglieder der Presse oder in irgendwelchen abstrafenden Gremien organisiert.
Wo Meinungsfreiheit herrscht, kann jeder schreiben, was er gut findet - egal ob er dafür bezahlt wird oder nicht.
Interessant wird es aber dann, wenn Blogger die sich teilweise auch als Meinungsbildner/-wächter verstehen die Seiten wechseln und plötzlich Werbung und PR für gewisse Unternehmen machen, dies aber mit ihrem Ruf als “freie Blogger” praktizieren. Aktuelles Beispiel ist hier Sascha Lobo und Vodafone. Ich denke aber, dass wir ein gewisse Art von Selbstkontrolle brauchen sonst werden Blogs irgendwann ihrer Glaubwürdigkeit und damit ihrer Existensgrundlage beraubt.
Meiner Meinung nach stellt sich als allererstes die Frage, ob es nicht legitim ist, Werbung über Blogs zu machen. Die Marketing- und PR-Abteilungen der Unternehmen bedienen sich doch immer mehr des Internets und versuche natürlich über alle Kanäle, uns zu erreichen. Blogs dienen verschiedenen Zwecken - warum dann nicht auch der Werbung? Und ob es nun deutlich gemacht werden kann , dass es sich um Werbung handelt, ist fraglich. Schließlich ist die Wirkung, denke ich, umso authentischer, wenn nicht dick drunter steht “made by XXX”, sondern die positive Meinung über ein Produkt von “einem von uns” kommt.
Liebe Lisa,
ich glaube das ist ja gerade das Problem: diese bezahlten Blogger vermitteln nur den Anschein einer unabhängigen (objektiv kann man ja nie sagen) Berichterstattung oder Bewertung. Und gerade dadurch, dass sie von außen als “einer von uns”, wie du es so schön bezeichnet hast, wahrgenommen werden wird die Glaubwürdigkeit aller Beiträge in Frage gestellt. Ganz nach dem Motto: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.
Jetzt frage mich aber bitte nicht nach einer Lösung für dieses Problem oder angemessenen Maßnahmen. Denn da dieses Medium ja gerade von der Freiheit lebt, könnte man vielleicht höchstens eine freiwillige Selbstverpflichtung der Blogger inklusive erkennbarem Zeichen o.ä. einführen, das bei Verstoß entzogen wird oder der Betreiber mit Virenangriffen des Aufsichtsrates sanktioniert wird
uuuh lisa die werbeagenturen und unternehmen dieser Welt würde dich dafür lieben. Ich sehe das eher etwas kritisch. Denn durch Blogs wurden Kanäle geschaffen die dem Ottonormalverbraucher möglich mach ihre freie Meinung zu äußern, zwar sind die meisten Blogs von professionellen Kommunikatoren und Journalisten betrieben. Aber gerade die sollten sich doch nicht kaufen lassen.
Für mich sollten öffentliche Meinung Blogs journalistische Werte vertreten!
Ja ihr habt Recht. Ich sehe es ja auch so, dass Blogger sich nicht kaufen lassen sollten und uns in dem Glauben lassen, sie würden gänzlich unternehmens-unabhängig das Produkt beurteilen. FÜr mich ist das Ganze nur eine logische Folge nach dem Entstehen von Blogs. Auch in der “alten” journalistischen Branche kommen solche Schmiereien und Manipulationen allzu oft vor. Was ich viel mehr meinte (und damit vielleicht etwas vorbei war am Thema) ist, dass ich es völlig okay finde, wenn Unternehmen eigene Blogs veröffentlichen, die nicht unbedingt auf den ersten Blick als “Werbeblog” erkennbar sind und dort unter verschiedenen Namen positiv über das Produkt berichten. Irgendwo sollte dann allerdings stehen (im Impressum bspw), dass der Blog vom Unternehmen betrieben wird.