Die Vergabe der Effies ist zwar schon ein paar Tage her, erwähnenswert sind die Sieger und Meinungen über den Award dennoch. Die Kampagnen für Edeka, BMW und die Deutsche Telekom erhielten jeweils den Gold-Award. Der goldene Social Effie ging an Scholz& Friends in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat für die Kampagne „Runter vom Gas“.
Der GWA Effie zeichnet bereits seit 28 Jahren die beste und effektivste Kommunikation aus. Eingereicht werden können Kommunikations- und Werbemaßnahmen von Agenturen und Unternehmen. Wie ich auf der offiziellen GWA Seite las, müssen bei der Einsendung folgende Informationen vorhanden sein: die Ausgangslage und ihre Herausforderung, die Ziele und die Zielgruppe sowie Messkriterien zur Erfolgsdarstellung, die Medienstrategie, das Investitionsvolumen und letztendlich natürlich auch die Effektivitäts- und Effizienznachweisung der Kommunikation.
Zum Aspekt der Effektivität: Bei den Gewinnerkampagnen wurden Steigerungen zum Marktanteil von 50 Prozent erzielt und Markenbekanntheitssteigerungen von knapp 70 Prozent. Die Investitionen waren bei den Siegern gleichzeitig 60 bis 80 Prozent niedriger als bei den Konkurrenten. (www.zaw.de) Wirtschaftlichkeit ist also ein weiteres Kriterium für den Effie Award.
Um mir eine abschließende Meinung über Wahl der Sieger bilden zu können, verfolge ich die Branche leider noch nicht lange genug. Obwohl hier einmal gesagt sei, dass die „Runter vom Gas“ Kampagne wirklich unter die Haut geht und ihren Zweck Raser zu warnen voll und ganz erfüllt.
Nun aber zu einem anderen Thema. Wie steht es eigentlich mit den Kriterien des Effies und der aktuellen Entwicklung in der Medienwelt? Ich las hierzu ein aufschlussreiches Interview mit Ogilvy Chef Thomas Strerath der gleichzeitig auch Jurymitglied ist (auf www.wuv.de). Er beklagt, dass die Gründungsvoraussetzungen des Effie mit der heutigen Kommunikationsrealität nicht mehr viel zu tun haben. Während es früher ausreichend war, Kampagnen in Bezahlmedien zu berücksichtigen, hat sich in der heutigen Zeit in der Kommunikation einiges verändert. Die Unternehmen verschieben ihre Marketingbudgets und setzen nun vielmehr auf Kundenbindungsprogramme und andere Kommunikationstools wie zum Beispiel POS (point of sale).
So hätte er zum Beispiel auch gerne Kampagnen von Miles and More oder vom BMW Mini unter den Finalisten gesehen, die zurzeit die Einreichungskriterien gar nicht erfüllen.
Wieso genau können Mini und Miles&More die Kriterien nicht erfüllen? Oder ist hier gar nicht die Rede von den Kritierien, die du oben genannt hast?
Also die “Runter vom Gas” Werbung ging zwar unter die Haut, allerdings wurde durch die Plakate meine Konzentration aufs Autofahren für einige Sekunden auch immer ganz schön gemindert. Zumal ich bei den ersten zwei Plakaten noch geglaubt hat, dass es sich um wahre Schicksale handelt.
@ Lisa
Bei MINI handelt es sich meines Wissens, dass BMW es geschafft hat Communities zu erschaffen in dennen sich Kunden untereinander kommunizieren, helfen usw.. Dies kann grosse Fuersprecher der Marke hervorbringen. Wie kann man diese Imagevestaerkung mit den jetzigen Effie Kriterien beurteilen? Wer gewinnen will, muss nachweisen, dass sein Case besonders wirkungsvoll und effizient bezogen auf das Kosten-Nutzenverhältnis und Marketingzielen ist. Und weiter gehts dann, dass die Kampangen in Bezahlmedien erscheinen muessen. Das ist bei den MINI und Miles and More nicht der Fall. Es sind CRM Massnahmen; halten und zufriedenstellen der Kunden ist das Ziel.
Ich hoffe ich konnte dir deine Frage beantworten?
Genau… Danke Sascha
Hauptsächlich scheitert es glaub ich an dem Kriterium der Bezahlmedien.
Okay, super, danke! Würdet ihr denn dann in der heutigen Zeit komplett neue Kriterien vorschlagen? Bzw wie sollten die dann aussehen?
Gute Frage! Das Thema ist was gerade die Grossen der Werbebranche heiss diskutieren. Neue Kriterien muessen her.
Meiner Meinung nach ist der Grundgedanke des Effie’s richtig aber Kommunikation muss Heute ganz anderes betrachtet werden. Somit muessen meiner Meinung nach auch neue Kriterien her. Dass heisst: Entweder es kommt eine ganz neue Kategorie hinzu (was nur eine kurzfristige Behebung des Problems ist) oder man muss den Ausgangspunkt wie man Effizienz beurteilt neu definieren. Effiziente Kampagnen sind nicht umbedingt daran gebunden neue Kunden zu machen. Auf Markenwerte einzuzahlen, Marken zu emotionalisieren und Kunden zu Fans zu machen ist meistens die Devise. Somit ist fuer mich einer der Kernaspekte was fuer ein positiven Feedback man durch solche Massnahmen erhaelt. Das Thema ist definitiv zu lang um es hier in einer RESPONSE zu beschreiben oder klar einzugrenzen.
Vieleich wert ein Blogeintrag dazu zu schreiben.
Um die Plakate der Kampagne lesen zu können, musste ich auf der rechten Spur fahren und das nicht viel schneller als 130km/h. Da kann ich nur sagen: Zielgruppe verfehlt.