„A & R, LBS und Trallala“

Ich finde es jedes Mal soooo unterhaltsam zu sehen wie wir unseren Alltag durch das Internet und in erster Linie Social-Networks beeinflussen lassen. Das ist nicht unbedingt etwas Neues. Bisher jedoch beeinflussen sie uns -in den meisten Fällen zumindest- wenn wir uns an einem festen Platz, sei es die Universität, dem Arbeitsplatz, oder Zuhause befinden. Genau hier ist die Geburtsstunde für einen neuen wichtigen Markt: Mobile Networks.

Gemeint sind die bekannten Social-Networks auf einer mobilen Plattform. Die Möglichkeiten für diesen Markt wurden durch unsere innovativen Handys gegeben. Wir tendieren dazu so viel Technik [Telefon, Kamera, Musik] und Verbindungen um in Kontakt zu bleiben [Telefon, E-Mail, Internet] auf so wenig Geräten wie möglich zu kombinieren und auf diese dann zu jeder Zeit an jedem Ort zugreifen zu können. Die konkurrierenden Anbieter sogenannter Apps für solche Smartphones, haben da nicht lange gefackelt. Es gibt für so gut wie jedes Social-Network weltweit ein App; manche vereinen Mehrere in Einem. Jedoch ist bei vielen die Innovation anfangs auf der Strecke geblieben. Man konnte häufig nur bestimmte Neuigkeiten einsehen und andere Sachen nachgucken. Die tatsächliche Verwaltung aller Dienste und Einzelheiten ist früher oftmals ignoriert worden. So hatte man ein toll aussehendes App, was aber wenig konnte. Heute kann man mindestens dieselben Dienste der Social-Networks in Anspruch nehmen, als wenn wir an unserem Rechner Zuhause sitzen. Mindestens ..wie jetzt?

Der Schlüssel ist LBS. LBS steht für Location Based Services. Was wäre wenn ich nicht nur sehen könnte wer von meinen Kontakten aus der Freundesliste online ist, sondern auch wo sich der- oder diejenige befindet? Situation: Ich bin abends mit zwei Freunden unterwegs durch die Innenstadt und wir wollen feiern. Dem Anschein nach „geht aber wenig“. Wir benutzen ein bekanntes App wie zum Beispiel Qype oder MeineStadt. Über den GPS-Empfänger wird unsere genaue Position ermittelt, das Gerät weiß wo wir uns befinden und was sich um uns herum befindet. Uns wird eine Liste von Bars und Kneipen gegeben in einem von uns festgelegten Umkreis. Da das App aber noch mit einem Social-Network gekoppelt ist und meine Freunde ebenfalls diesen Service nutzen, sehe ich nicht nur wo welche Kneipe ist. Ich sehe auch ob und wenn, wer von meinen Freunden sich dort aufhält. Eine praktische Sache. Wir sind gerade auf dem Weg in eine unserer Lieblingskneipen also, als ich bei einem flüchtigen Blick auf das Display sehe dass sich auch meine Ex-Freundin dort aufhält. Wir wechseln also doch lieber die Kneipe und schauen einen angenehmen Abend entgegen.

Mittlerweile gibt es auch zahlreich ähnliche und gut umgesetzte Ideen in einem verwandten Bereich: Augmented Reality.

Ein Beispiel:

Ich bin für das Wochenende mit einem Freund in einer europäischen Hauptstadt unterwegs, ein Kurztrip. Wir wollen tagsüber auch ein wenig Sightseeing machen: Ich öffne eines dieser „AR-Apps“ und zeitgleich öffnet sich die Kamera meines Handys mit der das Programm arbeitet. Ich halte die Kamera vor uns und wir sehen im Display eben unsere tatsächliche Umgebung. Noch relativ unspektakulär also. Allerdings befinden sich ein paar kleine Icons mitten im Display. Wikitude zeigt uns jeden Wiki-Eintrag in unserer Umgebung im Display und wir sehen wo genau dieses oder jenes Gebäude/Museum ist mit einer kleinen Kurzinfo im Display.

Wenn diese Innovationen auch in Social-Networks Einzug erhalten, wird natürlich auch wieder die Diskussion der Privatsphäre ins Rollen kommen. Ein Thema was mittlerweile niemand wirklich mehr hören kann.

Google hatte mit Latitude den Startschuss für LBS-Dienste vor längerer Zeit gegeben. Jetzt ist nur die Frage was die Anderen machen. Facebook als weltweit größtes Netzwerk ist noch nicht auf den Zug aufgesprungen, während dessen Twitter als schnellst wachsender Konkurrent schon den Einstieg angekündigt hat. Hier noch ein interessanter Beitrag zu dem Thema von den Jungs von Netzwertig.com

Dem Ganzen sollte man aber trotzdem ein wenig distanzierter gegenüber treten finde ich …Kontrolle über den Aufenthaltsort von Personen usw. ist auch ein Thema für das sich Regierungen stark interessieren. Man nehme hier nur mal als Beispiel SkyNet, aber das gehört hier jetzt wirklich nicht mehr rein.

Wir müssen trotzdem eine Sache einsehen „die Welt liegt ihnen zu Füssen und wir stehen drauf“.



  1. It‘s quite in here! Why not leave a response?