Axel Springer plant Paid-Content-Plattform

Fünf Euro für Bilder von Berlusconi mit Bikinischönheiten am Pool? Dem Springer-Konzerngeschäftsführer Christoph Keese zumindest wären diese Bilder soviel wert und er glaubt auch, dass es genügend Internetnutzer gibt, die genauso wenig auf neue Skandalfotos verzichten können. Kurz: Herr Keese ist sich sicher, dass eine Paid-Content-Plattform Zukunft hat. Um dies umsetzen zu können plant er eine Kooperation zwischen beispielsweise Google und Verlagen. Dies ist www.nytimes.com zu entnehmen.

Auslöser für die Pläne ist vor allem der Bedarf nach investigativem Journalismus. Denn laut Keese kann das Wissen der Welt nicht auf Gerüchten aufbauen. Qualitativer Journalismus ist von Nöten und der kostet Geld. Die Lösung: eine Google-News ähnliche Plattform. Klickt man auf einen der Links, der mit einem “Price Tag“ versehen ist, bezahlt der User sofort. Das wäre meiner Meinung nach etwas Neues, denn in den meisten Fällen ist es eher umständlich beispielsweise journalistische Artikel zu kaufen. Bei häufiger Nutzung besteht auch die Möglichkeit einer Flatrate.

Neben Springer möchte aber auch der Verlag DuMont in das Geschäft einsteigen. Laut www.welt.de hat der Verleger Konstantin NevenDuMont den Fokus auf den sogenannten „Freemium-Bereich“ gelegt. Das heißt, viele Inhalte werden immer noch kostenlos angeboten, aber für Inhalte mit Mehrwert wie zum Beispiel Filme muss man bezahlen. Ob dies funktioniert weiß er selber noch nicht. Zwar gäbe es schon mehrere Studien, doch die Zahl derer, die bereit wären für Inhalt Geld zu bezahlen schwankt zwischen zehn und 60 Prozent.

Ich bin mir ziemlich unsicher, ob solch ein Konzept funktioniert. Schließlich haben sich die User daran gewöhnt, dass es im Internet kostenlos Informationen gibt. Bald dafür auf solchen Plattformen bezahlen zu müssen, wäre schon eine Umstellung. Vor allem werden nicht alle Verlage dabei mitmachen und so könnte man weiterhin die Informationen umsonst auf den anderen Seiten bekommen. Wer würde da denn freiwillig für Inhalt bezahlen, den es woanders umsonst gibt? Da müsste die Qualität schon um einiges besser sein.

Foto von Andrew Magill



  1. Max Födisch on Montag 7, 2009

    Grundsätzlich ist es ja verständlich, dass die Medienhäuser für ihre redaktionellen Arbeiten eine Gegenleistung fordern, allerdings sollten diese bezahlten Inhalte auch tatsächlich einen Mehrwert im Vergleich zu den freien Bereichen generieren und höheren qualitativen Ansprüchen standhalten können, was z.B. laut „Zapp“ häufig nicht der Fall ist.
    (siehe den Beitrag „Die Illusion der einer verkäuflichen Netz-Presse“ vom 02.12.2009:
    http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/index.html)

  2. Alex on Montag 7, 2009

    Hier ist noch ein Artikel darüber, wie wenig die Deutschen bereit sind für Inhalte im Internet Geld zu bezahlen:
    http://www.wuv.de/nachrichten/digital/studie_die_deutschen_paid_content_muffel: